August 3

it’s hip to be queer

neulich habe ich auf getGlue über „true blood“ diskutiert und erwähnt, dass ich tara um einiges besser finde, seit sie eine vampirin geworden ist. davor fand ich sie oft anstrengend doppelmoralisch, jetzt wird es endlich interessant. mir wurde daraufhin beiläufig erzählt, dass tara in den büchern ganz anders sei als in der serie, dort zB auch gar nicht lesbisch ist. da romane nicht so mein fall sind, ich also kaum welche kenne, habe ich ein wenig nach mir bekannten queeren tv-figuren in ihren romanvorlagen gegoogelt.

[ true blood ]

true blood, tara

© HBO

„the southern vampire mysteries“ aka „the sookie stackhouse novels“ von charlaine harris sind die vorlage für die tv-serie „true blood“. in den romanen hatte tara thornton offenbar, wie in der serie, verschiedene beziehungen mit männern, die alle eher unschön endeten. in den romanen hat sie ihren eigenen bekleidungsladen, in der serie arbeitet sie in sam’s kneipe, nach ihrer verwandlung dann im fangtasia. als sie in der tv-serie zwischenzeitlich nach new orleans geht, arbeitet sie dort als „cage fighter“ und bringt ihre erste lesbische beziehung von dort mit nach bon temps. in den büchern ist tara heterosexuell und offenbar gerade schwanger mit zwillingen.

[ gossip girl ]

gossip girl, eric

© The CW

die seit 2007 ausgestrahlte tv-serie „gossip girl“ dreht sich um die schönen und reichen der upper east side von new york. ursprünglich basiert die serie auf den romanen von cecily von ziegesar.
eric van der woodsen ist der bruder einer der beiden hauptdarstellerinnen, serena. im buch ist eric groß, blond und gutaussehend, promiskuitiv und heterosexuell. cecily von ziegesar hat veröffentlicht, dass sich zumindest im buch eric hinter dem charakter „gossip girl“ verbirgt (der geheimnisvollen quelle bzw verbreitung von geheimnissen, gerüchten und halbwahrheiten der upper east side).
in der serie spielt eric eine größere rolle als im roman, er ist eher schmächtig, unsicher und hat psychische probleme. eines der ersten dinge, die wir in der serie über ihn erfahren, ist, dass er gerade einen selbstmordversuch hinter sich hat.

[ pretty little liars ]

pritty little liars, emily

© ABC Family

„pretty little liars“ basiert auf den romanen von sara shepard (ihren namen finde ich als lostie ja ganz besonders hübsch). emily fields unterscheidet sich in den romanen offenbar äußerlich nur durch ihre haarfarbe von ihrer fernseh-version. in beiden storylines hat emily erst beziehungen mit jungs, dann erkennt sie, dass sie auch romantische gefühle für mädchen hat. im buch scheint sie als bisexuell definiert zu sein, in der serie würde ich sie als lesbisch definieren (nicht nur, weil sie nur noch beziehungen mit mädchen hat, sondern weil sie entsetzt war, als maya ihr erzählte, dass sie kürzlich eine affaire mit einem jungen hatte).
das erste mädchen, in die sich emily verliebt hatte, war alison, die bereits zu beginn der geschichte umgebracht wird. in der tv-serie ist emilys verliebtheit vorbei, im roman glaubt sie, alison sei die liebe ihres lebens und fantasiert darüber, dass alison noch lebt und sie ebenso liebt. im roman wird emily schwanger und gibt das kind zur adoption frei.

[ the turn of the screw ]

alle drei serien, von denen ich weiß, dass sie auf romanen basieren, haben die sexuelle identität der queeren figuren geändert. tara wird von der heterosexuellen mutter zur queeren vampirin. eric wird vom heterosexuellen casanova zum schwulen nervenbündel. emily bekommt in der tv-serie eine deutlich lesbischere schublade und verliert die alison-besessenheit (ein spannendes thema wäre auch, ob bisexuelle eher psychisch unausgeglichen dargestellt werden als schwule und lesben – aber das ist eine ganz andere buchseite).
generell ist ja seit einigen jahren – eigentlich schon seit „queer as folk“ und spätestens seit „the L word“ – der trend zu beobachten, dass immer mehr queere charaktere im fernsehen auftauchen. interessant ist bzw neu war mir, dass sogar romanvorlagen in genau diese richtung verändert werden.

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